Rheingauer Jugend für Afrika e.V.


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Eindrücke von der letzten Keniareise unserer Jugendlichen: Sieh dir einen kurzen Film unserer Keniareise oder einen Film über die Projekte an den Partnerschulen des KSP vom August 2022 an! (Tipp: Dropbox-Registrierung einfach wegklicken.)

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Vorbereitungsworkshop für die Keniagruppe 2024

Veröffentlicht von Terfoort Andrea am 13.11.2023
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Ein ganzes Wochenende beschäftigten sich knapp 35 Jugendliche und Erwachsene des Vereins Rheingauer Jugend für Afrika e.V. in einem Workshop mit Fragen globaler Zusammenhänge, Alltag in Kenia, Rassismus und postkolonialen Kontinuitäten. Dazu reiste die Gruppe gemeinsam mit Zug und Rheinfähre in die Jugendherberge in St. Goar, um sich ungestört vom Alltag auf die Thematik einzulassen. Der Bildungsreferent Kizito Odhiambo leitete die Gruppe behutsam und doch mit klaren Worten durch zahlreiche Fragen und Themen. „Durch unsere Reisen nach Kenia, den Austausch mit den Kenianer:innen und die Arbeit mit den Jugendlichen im Rheingau ist uns im Lauf der letzten Jahre klar geworden, wie wichtig diese Themen auch für unseren Alltag und die persönliche Entwicklung jeder und jedes Einzelnen ist,“ erläutert Norwin Terfoort als Erster Vorsitzender des Vereins die Beweggründe für dieses Angebot.

Bereits nach einer kurzen Begrüßung lernten sich die Teilnehmer:innen durch eine erste Übung ein wenig besser kennen und waren dabei schon direkt im Thema. Es sollte eine eindeutige Position zu ganz alltäglichen Fragen bezogen werden. Dabei bildeten sich automatisch Gruppen. Fokus war in der Reflexion dann das Thema Gruppenzugehörigkeiten, insbesondere Gruppen von Mehrheiten und Minderheiten und das Gefühl, zu Mehrheit oder Minderheit zu gehören. „Es fühlte sich gut an, in der größeren Gruppe zu stehen, ich war nicht allein.“ oder „Ganz schön mutig, dass du dich allein auf die andere Seite gestellt hast.“ waren Kommentare der Jugendlichen dazu.

Schnell wurde es nachdenklich: Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen uns – unabhängig von Kategorien und gesellschaftlichen Zuschreibungen? Was macht meine Identität aus? Im Anschluss erhielt die Gruppe theoretischen Input: über Vortrag und Diskussion wurde gemeinsam versucht, die Begriffe Kultur und Rassismus zu definieren und Zusammenhänge zwischen beidem zu finden – was sich schnell als sehr komplex herausstellte. Begrifflichkeiten wie Stereotype, Vorurteile, Kategorien, Subjekt/Objekt, internalisierter Rassismus, Dekolonialisierung wurden mit Inhalt gefüllt.

Welche Assoziationen habe ich zu Deutschland? Zu Kenia? Welche Fremd- und Selbstbezeichnungen gibt es für Personen? Aus welchem historischen Kontext sind diese Themen zu betrachten? Welche postkolonialen Kontinuitäten gibt es noch? Was bedeutet es „weiß“ zu sein? Ist es die Hautfarbe oder ist es die Position in der Gesellschaft?

Sensibel führte der Referent die jungen Menschen durch das Labyrinth all dieser Begriffe und Fragen, ließ Raum für Fragen und Gedanken und bereitete damit den Boden (die Grundlage?) für einen vertrauensvollen Austausch. Gebannt hörten die Teilnehmer:innen ihm zu, ließen sich auf Übungen und Fragen ein und brachten ihre Gedanken und Gefühle in die Diskussionen mit ein. „Auch wenn ich schon Kenia war und mich mit der Thematik beschäftigt habe, sind heute noch nicht alle meine Fragen beantwortet. Aber ich konnte viele Situationen noch einmal reflektieren“, berichtet die 22jährige Johanna und die 16jährige Rebekka ergänzt: „Ich fühle mich sicherer, wie ich in verschiedenen Situationen reagieren kann.“

Am Abend saß die Gruppe weiter beisammen um sich mit der Thematik zu beschäftigen, aber auch mit konkreter Vorbereitung auf eine gemeinsame Reise nach Kenia im nächsten Sommer. „Der Workshop bereitet uns nicht nur auf die Reise vor, sondern auch auf andere Situationen“, meint David (18) dazu.

Ausgeruht und gestärkt von einem reichhaltigen Frühstück traf man sich am nächsten Morgen, um den vergangenen intensiven Tag zu reflektieren und weiterzuführen. Das gestern Besprochene wurde genutzt, um der Gruppe heute einen Einblick in den kenianischen Alltag zu geben und die Erwartungen zu beschreiben, mit denen sie im nächsten Jahr während der Reise vermutlich konfrontiert werden wird.

Anhand von Fotos, Film und Berichten kam die Gruppe in den Austausch zu konkreten Aspekten des Alltags in Kenia, beschäftigte sich mit verschiedenen Lebenswirklichkeiten und insbesondere mit Schulbildung, Ausbildung, Studium und Perspektiven.

„Schade, dass es zu Ende ist. Ich hätte gerade die Themen des 2. Tags noch vertiefen wollen. Es war so wichtig für die Gruppe, über all das zu sprechen, bevor sie nach Kenia fährt. Was wir besprochen haben, habe ich genau so bereits erlebt,“ formuliert Katharina, die bereits für einige Monate in Kenia gelebt hat, während die 16jährige Cara ergänzt: „Meine Sichtweise auf Kenia hat sich in den beiden letzten Tagen deutlich verändert.“

Das Projekt wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie im Rheingau-Taunus-Kreis im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und des Landesprogramms „Hessen für Demokratie und gegen Extremismus". Innerhalb der durch den Rheingau-Taunus-Kreis als federführendem Amt und der Koordinierungs- und Fachstelle der AWO Rheingau-Taunus Soziale Arbeit gGmbH organisierten Partnerschaft für Demokratie engagieren sich zahlreiche Akteur*innen, Initiativen und Vereine aus unterschiedlichsten Bereichen im gesamten Kreisgebiet. Gefördert wurde die Veranstaltung außerdem durch Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

 

 

 

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Zuletzt geändert am: 13.11.2023 um 19:45

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